Mittwoch, 30. November 2005
Zwei Flaggschiffe der Schweizer Zeitungslandschaft haben neue Kapitäne erhalten:
Bei der NZZ übernimmt Markus Spillmann das Steuer. Spillmann ist seit 1995 bei der «Neuen Zürcher Zeitung» und ist gegenwärtig Auslandchef der «NZZ am Sonntag». Mit 38 Jahren ist er für NZZ-Verhältnisse eine geradezu jugendliche Erscheinung. Der bisherige Chefredaktor Hugo Bütler übernimmt andere Aufgaben im Verlag.
Bei der Berner Zeitung schwingt sich Michael Hug in den Chefsessel. Er war bisher Chefredaktor des Solothurner Tagblatts, also eines Kopfblatts der BZ. Zuvor war er unter anderem Redaktor von Facts. Im Laufe des Jahres 2006 soll die Redaktionsleitung der BZ gemäss der Espace Media Groupe mit einer Doppelspitze besetzt werden. Der bisherige Chefredaktor Andreas Z'Graggen tritt auf Ende Jahr zurück.
Donnerstag, 24. November 2005
Der Bundesrat putscht gegen Leuenberger: Er will nun doch keine √ñko-Steuer auf Autos mit besonders hohem Benzinverbrauch einführen. So oder ähnlich stand es heute in den meisten Schweizer Tageszeitungen ‚Äì auf der Frontseite, in vielen mit Kommentar.
Anders in der «Neuen Zürcher Zeitung»: Auf der Front steht nichts. Auf der Aufschlagsseite des Schweiz-Bundes steht nichts. Im Schweiz-Bund steht... Ach doch, gut versteckt auf Seite 14 steht ein kleiner Artikel.
So etwas kann passieren. Vielleicht gab es wichtigere Geschichten aus dem Ausland, etwa Primeurs wie «Amerika im Zeichen des Truthahns». Vielleicht hat der Bundeshausredaktor oder der Blattmacher zu wenig Gas gegeben. Vielleicht will die NZZ aber auch ganz einfach nicht der Auto- und √ñlwirtschaft an den Karren fahren.
Mittwoch, 23. November 2005
«20 Minuten pfuscht schon wieder - Google Ausfall war keiner» titelte Fredy Künzer in seinem Weblog. Der Ausfall bei Google sei seiner Meinung nach - anders als «20 Minuten» berichtete - nicht auf einen koordinierten Hackerangriff zurückzuführen, schrieb der Netzwerk-Experte, sondern eher auf ein technisches Problem bei Google.
Die beiden stellvertretenden Chefredaktoren von «20 Minuten» scheinen diese Kritik schlecht zu vertragen. In Kommentaren äussern sie sich ziemlich ausfällig ‚Äì und machen den Patzer im Blatt so noch viel schlimmer.
Dienstag, 22. November 2005
In seiner aktuellen Ausgabe widmet «Cash» der Schweizer Abstimmung über das Gentech-Moratorium die Seite 3. Unter dem Titel «Gen Sie an die Urne?» lesen wir den Lead:
Die Schweiz stimmt am 27. November über ein Anbauverbot von Genfood ab. Was bisher nicht bekannt ist: Bei einem Ja steht auch das Freihandelsabkommen mit den USA vor dem Aus. Immerhin, das Datum stimmt. Dann allerdings wird Autor Peter Hossli mehr als ungenau. Wir stimmen nämlich nicht über ein Verbot ab, sondern nur über ein Moratorium, weil das Anbauverbot nicht zustande gekommen ist. Und wer Hosslis Text liest, stellt fest, dass auch der zweite Teil des Leads schlicht falsch ist. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen würden bei einer Annahme der Vorlage zwar schwieriger, aber von einem Aus kann keine Rede sein.
Was «Cash» macht, dürfte mehr als fehlerhaftes «Zuspitzen» sein. So knapp vor der Abstimmung vermuten wir: Gentextmanipulation.
Montag, 21. November 2005
Kurt W. Zimmermann liefert in der aktuellen Weltwoche-Kolumne zum Thema Medien einen Beitrag, der dem Leser, gelinde gesagt, die Sprache verschlägt. Unter dem Titel «Heisse Tränen auf Papier» (Link kostenpflichtig) legt Zimmermann dar, wieso des Berners Sorge um die lokale Medienvielfalt ‚Äì das heisst die Existenz von «BZ» und «Bund» ‚Äì fehl am Platz ist und wieso Medienvielfalt eh keine Rolle spielt.
Aber der Reihe nach. Zimmermann beginnt mit:
Bitte im bestürzten Tonfall laut lesen: Sollte der Bund sterben, ist die Meinungsvielfalt in Bern dann weniger bunt? Oder braucht kein Mensch mehr als eine Stimme? Das müsste natürlich «in bestürztem Tonfall» heissen. Aber wir wollen uns angesichts des Inhalts der Kolumne nicht mit sprachlichen Details aufhalten.
Deshalb weiter im Text:
Sehr bestürzt sind zum Beispiel die Teilnehmer des Berner Medientags. Sie verfassten eine sehr bestürzte Resolution, die sich sehr bestürzt darüber zeigt, dass es in Bern vielleicht bald nur noch eine Tageszeitung gibt.
Auch 50 der 80 Berner Stadträte sind sehr bestürzt. Sie unterschrieben einen sehr bestürzten Brief, der sehr bestürzt fordert, dass es in Bern auch in Zukunft zwei Tageszeitungen gebe.
Tageszeitungen von ausserhalb Berns sind ebenfalls sehr bestürzt. «Jetzt droht auch Bern die mediale Monokultur», bestürzte sich sehr der Zürcher Tages-Anzeiger. Ob so viel Bestürzung sind wir froh, gibt es die Weltwoche und Kurt W. Zimmermann ‚Äì abgeklärt und cool wie immer:
Wir sind natürlich in grosser Versuchung, uns den Bestürzten anzuschliessen und uns als Ritter für Gemeinwohl und Demokratie zu profilieren. Wir widerstehen der Versuchung und besinnen uns auf unsere Rolle des wissenschaftlich-neutralen Medienwarts zurück. Die Weltwoche als «wissenschaftlich-neutraler Medienwart»? Das ist ein bisschen sehr dick aufgetragen, Herr Zimmermann ‚Äì wenn die Weltwoche eines nicht ist, dann neutral. Und wenn ein Text wie der Ihre Wissenschaft ist, dann wünschen wir frohes Forschen.
Apropos Wissenschaft: Nach ein paar merkwürdigen Rechenspielen zum Thema «Wo hats wie viele Zeitungen und wer liest wo was?» stellt Zimmermann fest:
Wir sehen also Erschreckendes für die Apologeten der Meinungsvielfalt. Gerade mal 11 Prozent der Leser lesen in Zürich und Bern beide Zeitungen. Dem Rest ist die zweite Meinung wurst. Dem Rest ist die zweite Meinung natürlich nicht wurst. Es geht nicht darum, dass möglichst viele Leute möglichst viele Meinungen lesen, sondern darum, dass möglichst viele Meinungen frei zugänglich sind. Es geht darum, dass jedermann sich nach einer anderen Meinung umsehen kann, wenn Anlass dazu besteht.
Wer denkt, das Schlimmste in Zimmermanns Text sei überstanden, der irrt:
Sehr bestürzt, wie wir sehen, sind die Journalisten. Und sehr bestürzt sind die Politiker.
(…)
Politiker und Journalisten, dazu deren Entouragen, werden darum immer sehr bestürzt reagieren, wenn eine Zeitung zu verschwinden droht. Wir können sie verstehen, weil es um ihr Leben, ihren Lebensinhalt und ihren Lebenszweck geht. Dass es ihnen aber um die Meinungsvielfalt ginge, ist Unsinn. So so. Lieber Herr Zimmermann, schon mal was von Wettbewerb gehört? Schon mal was davon gehört, dass Wettbewerb das Geschäft belebt, zu Innovation und besseren Produkten führt? Schon mal was davon gehört, dass Wettbewerb und freie Auswahl auch was mit Demokratie zu tun haben? Schon mal daran gedacht, dass es für eine Demokratie ungesund sein könnte, wenn einer allein bestimmt, was publiziert wird, wer in den Medien vorkommt und was richtig und was falsch ist?
Nein, ganz offensichtlich nicht. Denn Kurt W. Zimmermann kommt zum Schluss:
Die sogenannte Meinungsvielfalt ist für 11 Prozent der Bevölkerung ein wichtiges Bedürfnis. Meinungsvielfalt ist ein Minoritätenproblem. Gute Nacht Herr Zimmermann, gute Nacht Weltwoche, gute Nacht Demokratie.
Samstag, 19. November 2005
Im «Frapp√© F√©d√©ral» des heutigen «Bund» schreibt Patrick Feuz:
Linker Heldenkampf
«Socialismo o muerte», lautet immer noch Fidel Castros Kampfparole gegen die US-Imperialisten und Kapitalisten. Es gab tatsächlich eine Zeit, wo der M√°ximo L√≠der und seine Weggefährten ihr Leben nicht nur rhetorisch aufs Spiel setzten. Auch anderswo auf der Welt scheuen Menschen im Kampf für ihre Ideale keine Risiken und persönlichen Nachteile und greifen dabei etwa zur Waffe des Hungerstreiks. Heroischen Mut bewiesen und schmerzhafte Entsagung auf sich genommen haben diese Woche auch Linke in Basel: SP-Ständerätin Anita Fetz und drei weitere Genossen haben auf eine Bankett-Mahlzeit verzichtet ‚Äì weil daran US-Präsidenten-Bruder Jeb Bush teilnahm. Zugegeben: Satire darf vieles.
Aber: Ist es nicht einfach nur geschmacklos, Leute, die in Diktaturen mit Hungerstreiks und unter Einsatz ihres Lebens für bessere Verhältnisse kämpfen, mit Schweizer Politikern zu vergleichen, die auf ein Bankett verzichten? Und ist es nicht kurzsichtig, sich über Leute lustig zu machen, die konsequent sind und nicht jedem die Hand schütteln und nicht mit jedem Geschäfte machen wollen?
PS: «Es gab tatsächlich eine Zeit, wo der M√°ximo L√≠der‚Ķ». Eine Zeit, wo? Auch satirische Texte lesen wir lieber in Schriftdeutsch.
Samstag, 19. November 2005
James Bamford, Geheimdienstexperte und Autor von «A Pretext for War: 9/11, Iraq, and the Abuse of America's Intelligence Agencies», hat für Rolling Stone einen Artikel über John Rendon, «Bushs General im Propaganda-Krieg», verfasst. Darin berichtet Bamford unter anderem von einem geheimen Pentagon-Report («Information Operations Roadmap»), in dem Strategien zur Beeinflussung der Massen durch Fälschungen und psychologische Operationen festgelegt werden:
According to a secret Pentagon report personally approved by Rumsfeld in October 2003 and obtained by Rolling Stone, the Strategic Command is authorized to engage in «military deception» ‚Äì defined as «presenting false information, images or statements». The seventy-four-page document, titled «Information Operations Roadmap», also calls for psychological operations to be launched over radio, television, cell phones and «emerging technologies» such as the Internet. Ganz wichtig sind natürlich die «eingebetteten» Journalisten:
Indeed, Rendon is already thinking ahead. Last year, he attended a conference on information operations in London, where he offered an assessment on the Pentagon's efforts to manipulate the media. According to those present, Rendon applauded the practice of embedding journalists with American forces. «He said the embedded idea was great», says an Air Force colonel who attended the talk. «It worked as they had found in the test. It was the war version of reality television, and for the most part they did not lose control of the story.» But Rendon also cautioned that individual news organizations were often able to «take control of the story», shaping the news before the Pentagon asserted its spin on the day's events.
«We lost control of the context», Rendon warned. «That has to be fixed for the next war.» Im Hinblick auf den «nächsten Krieg» bleibt nur zu hoffen, dass die Medien aus dem Irak-Debakel etwas gelernt haben.
PS: Die Rendon Group hat Bamfords Artikel natürlich nicht unbeantwortet gelassen. Die Replik lesen Sie hier.
Donnerstag, 17. November 2005
Böse Zungen sagen den Aargauern nach, kein besonderes Kulturverständnis zu haben. Die Aargauer Zeitung bemüht sich, ihren Lesern diesbezüglich etwas auf die Sprünge zu helfen. Folgen wir dem Kritiker Bruno Rauch ins Zürcher Opernhaus zur Probearbeit von "Harley":
Orchesterprobe: Aus dem Graben steigt kompakter und doch transparenter Klang. Wie man sich losen, intransparenten Klang wohl vorstellen müsste?
Unisono setzen Klarinetten und Fagotte rythmisch-federnde Akzente ins Tutti. Farbiges Schlagwerk – Tempelblock, Triangel und Marimba – schafft nervige Strukturen. Alles Tempelblock oder was? Gerne würde der Laie auch mitfedern, doch der Text entwickelt nervige Strukturen.
Dreiklänge türmen sich zu Wohllaut und Harmonie, vermeiden aber eine eindeutige tonale Funktion. Ein atonaler, kompakter Turm. In seiner Funktion zwar nicht sehr transparent, aber Hauptsache, es klingt klug.
Plötzlich gerät das schillernde Geflecht ins Stocken, um sich überraschend in einem wuchtigen Akkord zu entladen: ein musikalischer Aha-Effekt, gewissermassen. Spätestens die Entladung des stockenden Geflechts führt zum literarischen Weglege-Effekt. Angesichts solcher Kulturbeiträge erstaunt es nicht, dass mancher Mittelländer lieber an die Dorfchilbi als ins Opernhaus geht, gewissermassen.
Donnerstag, 17. November 2005
Die Regierungsratsnominationen der Berner SVP sorgen für Wirbel. Offenbar auch bei den Grünen ‚Äì jedenfalls wenn man dem «Bund» glaubt. Auf der Titelseite heissts heute: «Hauskrach bei den Grünen». Im Kantonsteil lesen wir: «Grüne vor Zerreissprobe», im Lead ist die Rede von «heftigen Auseinandersetzungen» und im Text von «veritablem Hauskrach».
Das klingt sehr dramatisch ‚Äì vor allem in Anbetracht dessen, dass der Artikel im «Bund» steht. Was wohl die «Berner Zeitung» daraus gemacht hat?
Resultat: Nichts. Die BZ schreibt gegen Schluss eines √úbersichtsartikels nur, dass die GB-Parteioberen «am √úberlegen» seien.
«Zerreissprobe» versus «am √úberlegen» ‚Äì da fragt sich der Leser, was denn jetzt Sache ist. Und er fragt sich, ob für einmal der «Bund» in die Rolle des «Zuspitzers» geraten ist und übertreibt, oder ob die BZ die Geschichte ganz einfach verschlafen hat.
Donnerstag, 17. November 2005
Wer heute, mit immer noch zittrigen Händen, nach der «Berner Zeitung» greift und auf der Titelseite die Legende zum Bild mit jubelnden Schweizern liest, staunt. Da steht:
Geschafft. Die Schweizer feiern das wegweisende 1:0 in der 2. Spielminute. Geschafft? Was ist geschafft? Jeder, aber wirklich jeder, der das Spiel gesehen hat, weiss, dass nach dem 1:0 noch gar nichts geschafft war. Hat da einer vorgearbeitet und später vergessen, die Legende anzupassen?
Wer jetzt sagt, diese Kritik sei aber arg spitzfindig, dem sei entgegnet, dass die Legende zum Hauptbild auf der Titelseite etwas vom Meistgelesenen im ganzen Blatt ist. Ein bisschen Spitzfindigkeit ist also durchaus angebracht.
Dienstag, 15. November 2005
"Berner Modell - Ende in Sicht?", fragt der Branchendienst Persönlich und schreibt aus dem Artikel der "Basler Zeitung" vom 11. November ab. Weiter berichtet "Persönlich" auch über die Diskussionen am Berner Medientag:
Am 9. Berner Medientag, war die Sparpolitik häufiges Thema. Bernhard Giger, Chefredaktor der Berner Zeitung, sagte: "Entweder schaffen wir die Ethik ab oder die Zeitungen." Möglich, dass Bernhard Giger diesen Satz tatsächlich gesagt hat, als über das "häufige Thema" debattiert wurde. War seine Kernaussage aber nicht eine andere? «Als Journalist verstösst man ja nicht automatisch gegen ethische Regeln, wenn man unter Druck steht», hat sie Bernhard Ott für die "Berner Zeitung" aufgeschrieben.
Nebenbei, liebes "Persönlich": Giger sprach am 15. Medientag. Den Auszug aus der Resolution hättet ihr hier kopieren können, statt ihn falsch aus dem "Tages Anzeiger" vom 14. November abzutippen. Und der Chefredaktor der "Berner Zeitung" heisst Andreas Z'Graggen.
Dienstag, 15. November 2005
NZZ-Sportchef Felix Reidhaar ist immer wieder für ein missratenes Sprachbild gut (siehe z.B. Eintrag von gestern). Heute allerdings bleibt dem Leser seines Texts zur Ankunft der Schweizer Fussballer in Istanbul das Lachen im Hals stecken. Reidhaar schreibt:
Wer diese Hürde doch geschafft und die Gepäckbänder guten Mutes erreicht hatte, bekam anstelle der eigenen Utensilien erst einmal balkanische Sitten und Gebräuche präsentiert.
Vorgeführt von einem Rudel ziemlich wilden, mit Legitimationskarten behängten Personals, das den Nationalcoach mit wenig schmeichelhaften Ausdrücken und Fingerzeichen bedrängte. «Balkanische Sitten und Gebräuche» sind also «wenig schmeichelhafte Ausdrücke und Fingerzeichen», vorgeführt von einem «ziemlich wilden Rudel»? Oder wie müssen wir das verstehen?
Lieber Herr Reidhaar, das ist hart an der Grenze zum Rassismus und auch nicht durch den unschönen Empfang in Istanbul zu entschuldigen.
Dienstag, 15. November 2005
«Wer findet mehr Fehler?» haben wir vorgestern gefragt und auf einen Text im «Kleinen Bund» hingewiesen. Heute lesen wir im Kulturteil des «Bund» folgende Entschuldigung:
Ärgerliches Versehen
In den «Kleinen Bund» vom 12. November hat sich leider eine unkorrigierte Version der Titelgeschichte («Tief sitzende Oberflächlichkeiten») verirrt. Der Text war deshalb mit zahlreichen orthografischen Fehlern gespickt. Wir entschuldigen uns bei den Leserinnen und Lesern für dieses ärgerliche Versehen. So weit, so gut. Wer sich jedoch heute Abend die «tief sitzenden Oberflächlichkeiten» online zu Gemüte führen will, stellt fest: Die 40 Fehler sind immer noch drin! Das heisst, ganze vier Tage nach Veröffentlichung des Artikels und 24 Stunden nach Erstellung des Entschuldigungstexts findet sich die «unkorrigierte Version» nach wie vor im Netz. Eine reife Leistung.
Dienstag, 15. November 2005
Aus dem heutigen «Sport Extra»-Teil der «Berner Zeitung»:
Spielentscheidende Tore kurz vor Schluss gehören im Fussball fast zum Normalfall. Das gleiche gilt für Torerfolge, welche in der Nachspielzeit erzielt werden. Häufig sind übrigens auch Tore, die in den letzten Minuten fallen!
Montag, 14. November 2005
Die «Berner Zeitung» titelt heute auf ihrer «Region Emme»-Seite:
Rauchern gehts ans Lebendige Im Lead heissts:
Da gibts für Raucher nichts zu husten: In Burgdorfer Beizen verschwinden die Aschenbecher vom Tisch. Endlich, denkt der Nichtraucher. Endlich geht jemand mit gutem Beispiel voraus. Die Ernüchterung folgt allerdings schon im ersten Abschnitt des Texts. Autor Johannes Hofstetter schreibt:
Nikotinsüchtigen droht in jedem zehnten Burgdorfer Lokal ein Zwangsentzug: Eine Umfrage dieser Zeitung hat ergeben, dass mindestens 3 der rund 40 Restaurants in der Emmestadt primär die Nichtraucher ansprechen: das «Casino», das «Milano Nord» und die Kulturgaststätte «Lochbach». In einem vierten Betrieb, dem «Da Gino», scheint es eine Frage der Zeit zu sein, bis die Luft rein ist. «3 der rund 40 Restaurants»? Wie bitte verträgt sich das mit Titel und Lead? Antwort: Gar nicht. Fazit: Viel Rauch um nichts, Herr Hofstetter.
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