Donnerstag, 30. März 2006
Die entscheidende Frage zum Rücktritt von Regierungsrätin Elisabeth Zölch stellt in der heutigen «Berner Zeitung» ein Inserent. Direkt unter der Legende ‚Ķ
Abschied nehmen ist immer auch ein wenig sterben: Bei Elisabeth Zölch war es gestern nicht anders. ‚Ķ wollen die Berner Notare wissen:
Erbt Franz alles? Die Antwort würde vermutlich erklären, weshalb die Bürgerlichen offiziell nur auf sechs statt sieben Sitze Anspruch erheben ‚Ķ
Mittwoch, 29. März 2006
 Das «Adelsblatt», die «Angelwoche», die «Frau im Spiegel», der «Modelleisenbahner»: Es gibt kaum eine soziale Gruppe, der nicht ein eigenes Magazin gewidmet wird. Eines hat aber selbst den mit allen Wassern gewaschenen Blattkritiker verdutzt: Selbst für Schleusenschiffer gibts eine Zeitschrift. Macht, was ihr nicht (Wasser) lassen könnt, findet der Blattkritiker. Eine Bitte hat er aber: Schifft beim aktuellen Pegelstand nicht alle in Thun. Sonst hat Bern ein Problem.
Mittwoch, 29. März 2006
Zeitungen dürfen möglicherweise verletzende Karikaturen wie die Mohammed-Zeichnungen abdrucken, schreibt der Presserat in einer Stellungnahme - allerdings nur, wenn sie damit eine laufende öffentliche Auseinandersetzung dokumentieren und das Thema journalistisch analysieren und präsentieren. Die Freiheit von Satire und Karikatur sei weder an religiöse Bildverbote gebunden, noch habe sie auf besondere Empfindlichkeiten von orthodoxen Gläubigen abzustellen. Sie sei jedoch verantwortlich zu handhaben.
Einige Medien wie die «NZZ», der «Tages-Anzeiger», das Schweizer Fernsehen und die «Berner Zeitung» haben die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Textbeiträgen explizit abgelehnt. Andere haben eine oder mehrere der Karikaturen publiziert, so die «Weltwoche», der «Blick», «Le Temps», «24Heures», «Tribune de Gen√®ve», «La Libert√©» und die «NZZ am Sonntag». Welche dieser Zeitungen die Bedingungen erfüllt haben, hat der Presserat nicht untersucht.
Dienstag, 28. März 2006
«NZZ», «Tagesanzeiger», «Bund» und viele andere Schweizer Zeitungen machen heute ihre Frontseiten mit den Wahlen in der Ukraine auf, die «Aargauer Zeitung» widmet sich dem «Riesenärger mit dem Abfall», der «Blick» stellt die Frage, ob Bundesrat Christoph Blocher im Ständerat gelogen hat ‚Äì alles vertretbare Aufhängergeschichten.
Was macht die «Berner Zeitung»? Sie titelt mit:
Fussball: Die Form der Schweizer
Das WM-Fieber steigt Seichter und boulevardesker gehts nicht mehr. Und schon mit dem Lead entlarvt Autor Fabian Ruch seinen Text als deplaziert. Da steht:
Noch dauert es über zwei Monate bis zur Fussball-WM in Deutschland. Wie ist der Formstand der Schweizer WM-Kandidaten? Die Skala reicht vom überragenden Tranquillo Barnetta bis zum verletzten Stürmer Alex Frei. Richtig: «noch»! Noch ist das Highlight des Sportjahrs weit entfernt, noch interessiert uns der Formstand der Spieler höchstens am Rande. Vor allem: Weder heute noch morgen gehören «Handgelenk-mal-Pi»-Einschätzungen über den Formstand von Kickern auf die Titelseite einer so genannt seriösen Zeitung.
Wie der Artikel im Sportteil zeigt, sind Fabian Ruchs Einschätzungen ‚Äì logischerweise ‚Äì alles andere als fundiert. Denn: Wer die Form eines Spielers objektiv beurteilen will ‚Äì sofern dies überhaupt möglich ist ‚Äì, müsste den Betreffenden jede Woche mindestens eine Partie spielen sehen. In welcher Minute ein Spieler im Ausland eingewechselt wird, ist nun wirklich kein objektives Kriterium. Aber was solls: Fabian Ruch beurteilt via Fernsehen und ausländische Zeitungen, ob die Schweizer Kicker gut drauf sind, macht einen grossen Artikel mit grosser Grafik draus ‚Ķ und die «BZ»-Blattmacher finden das Geschreibsel frontwürdig.
PS: Das «BZ»-Barometer erscheint von nun an jeden Dienstag. Viel Vergnügen!
Montag, 27. März 2006
«Wie gefällt Ihnen unser Update von Chip?», fragt Chefredaktor Thomas Pyczak im Editorial der aktuellen Ausgabe des Computermagazins. Wenn Sie schon so direkt fragen, Herr Pyczak: Es gefällt uns nicht besonders. Nein, die neuen Infografiken und die «Chip-Kompakt»-Seiten sind praktisch, wenn man sie ‚Äì da genau so bunt ‚Äì nicht irtümmlicherweise für Werbung hält und überblättert. Auch die ausgebauten Produktetests sind vielen sicher eine Hilfe. Kein Gehör haben wir aber für Marktschreiereien: «Alle Produkte, alle Trends» von der Cebit 2006, verspricht Ihre Redaktion auf der Titelseite. Glücklicherweise löst sie das Versprechen nicht ein ‚Äì wir haben bereits einen Messekatalog. «Endlich virenfrei», jubelt sie ‚Äì und glaubt wohl selbst nicht daran. «Enträtselt: Warum Windows immer langsamer wird und was Sie wirklich dagegen tun können», titelt sie ‚Äì und fasst die Enträtselung einzig im Lead zusammen: «Weil immer mehr Ballast das System ausbremst». Auf der beiliegenden DVD gebe es die «Wikipedia unzensiert», schreibt sie. Wer denn das Online-Lexikon zensiert haben soll, steht nirgends. Lieber Thomas Pyczak: Die Titelseite ist die Visitenkarte. Gestalten Sie sie mit Bedacht.
Montag, 27. März 2006
Die Party-People-Foto-Ecke der Montagsausgabe von 20-Minuten gilt als eine der meistgelesenen bzw. -schauten Zeitungsrubriken der Schweiz. Für alle, die nicht auf ein eigenes Erscheinen in der Spalte hoffen, sind dabei die unglaublich originellen Bildunterschriften interessanter als die immer gleichen Fotos strahlender und schöner junger Menschen.
Die heutige Zürcher Ausgabe bietet eine besondere Trouvaille:
Es wurde zweimal dasselbe Bild publiziert - einmal handelt es sich um «Partygirls: Carole (l) und Kollegin Celine sind oft an R'n'B-Events anzutreffen». Das übernächste Bild: Dieselben viel Haut, Schminke und Haarlack zeigenden Partygirls «strahlten um die Wette: Conni (l) und ihre Kollegin gehen an jede So-Seductive-Party».
Ob Carole oder Connie ist ja (wie so vieles bei 20 Minuten) Hans was Heiri, Hauptsache ein nettes Foto …
Ps: So etwas entgeht natürlich auch den Pendlerbloggern nicht.
Donnerstag, 23. März 2006
Beim Blättern im heutigen «Bund» stösst der Blattkritiker plötzlich auf eine «BZ»-Seite. Hoppla, denkt er, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Zeitungen ist offenbar schon weiter fortgeschritten, als angenommen. Dann, nach längerem Hinschauen und Stirnrunzeln, merkt der Blattkritiker, dass es sich bei der Seite zum Thema Berner Wahlen und Konkordanz um eine Publireportage (bezahlte Textwerbung) handelt. Ganz klein ‚Äì zu klein ‚Äì steht der Hinweis oben links in der Ecke.
Eine quasi als «BZ»-Seite «getarnte» Publireportage im «Bund»? Der Blattkritiker wundert sich und greift nach der «BZ». Und klar: In der «BZ» findet sich dieselbe Publireportage, bloss ist sie dort ‚Äì logischerweise ‚Äì noch viel weniger als solche zu erkennen. Nur wer genau hinschaut, bemerkt die Unterschiede in Schriftgrösse und Gestaltung.
Langsam aber sicher regt sich der Blattkritiker ob der fahrlässigen Durchmischung von bezahltem und redaktionellem Inhalt auf. Schon legt er sich die richtigen Sätze zurecht, will von unlauterem Wettbewerb schreiben ‚Ķ
Dann hat der Blattkritiker einen lichten Moment. Er denkt, es wäre vielleicht klug, erst ein bisschen zu recherchieren. Und tatsächlich: Nach den ersten zwei Telefonanrufen merkt er, dass nicht Absicht hinter dem Verwirrspiel steckt, sondern Murphys Law ‚Äì was schief gehen kann, ist mal wieder schief gegangen.
Genauer: Der Blattkritiker erfährt, dass SP/Grüne (die Urheber des Inserats) bei der Publicitas nachgefragt haben, wie denn eine Publireportage aussehen müsse ‚Äì und komplett falsch informiert worden sind. SP/Grüne haben dann ihre Werbeseite «BZ»-ähnlich produziert und disponiert. Worauf die «BZ» mitgeteilt hat, so gehe das natürlich nicht, die Seite müsse sich vom redaktionellen Teil deutlicher unterscheiden und das kleine Inserat des «Komitees für die Erhaltung der Konkordanz» müsse verschwinden. Folglich haben SP/Grüne die Seite neu gestaltet. Dummerweise ist dann aber gestern Abend in der Espace-Produktion statt der neuen die alte Version der Publireportage in den Druckmaschinen und damit in den Zeitungen gelandet.
PS: Wie der Blattkritiker soeben feststellt, hat Mütz von der Berner Gazette heute √Ñhnliches erlebt.
Donnerstag, 23. März 2006
Wer bei Google das Wort «Blick» eingibt, erhält als Treffer Nummer 1 den Link auf die Zeitung «Blick». In der Beschreibung steht:
Die grösste Boulevard-Zeitung der Schweiz bietet im Internet ein Auszug des aktuellen Tages und ein Archiv an. Richtig müsste das natürlich «‚Ķ einen Auszug des aktuellen Tagesgeschehens ‚Ķ» heissen. Die «Blick»-Leute schaffen es, in einen einzigen Satz ‚Äì notabene einen Satz mit Werbefunktion ‚Äì einen Fall- und einen Logikfehler einzubauen. Deutsches Sprache, schweres Sprache.
Donnerstag, 23. März 2006
Den Boulevard-Titel des Tages lesen wir heute im Wirtschaftsteil der so genannten Qualitätszeitung «Bund»:
Landeverbot für Schrott-Airlines Mindestens Anführungszeichen hätten rund um «Schrott» gehört. Noch lieber würden wir im «Bund» gar keine solchen Schrott-Titel (hier ohne Anführungszeichen) lesen.
Dienstag, 21. März 2006
Gute Nachrichten aus dem Verlagshaus Tamedia: Der «Tages-Anzeiger» soll im Kanton Zürich vier neue Regionalausgaben erhalten, insgesamt werden rund 80 Stellen geschaffen.
Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier begründet die Expansion in seinem heutigen Frontkommentar (online nicht verfügbar) mit wirtschaftlicher Notwendigkeit und mit dem Anspruch, in den Regionen die publizistische Vielfalt zu vergrössern.
O-Ton:
Da das Anzeigenaufkommen schwindet, muss der TA seinen Marktanteil im Stammgebiet vergrössern, um die Einnahmen zu sichern. Mit den Lokalausgaben wird die Auswahl für die Leserschaft in den Regionen grösser: Der Mediennutzer kann sich für jene Zeitung entscheiden, die seinem Informationsbedürfnis und Lebensstil entspricht. Lieber Peter Hartmeier, seien wir ehrlich: Der Tages-Anzeiger hat doch gar keine andere Wahl, als aus den schwindenden Inserate-Millimetern künftig mindestens gleichviel ‚Äì oder besser mehr ‚Äì Inserate-Franken zu generieren. Das ist legitim, aber diese Strategie dürfte langfristig den angestammten Lokalblättern die Existenzgrundlage streitig machen ‚Äì was das Argument der publizistischen Vielfalt zum Feigenblatt degradiert. Der Zeitungsmarkt ist nun mal ein Verdrängungsmarkt.
Dienstag, 21. März 2006
Der Titel des Hauptartikels auf der Wirtschafts-Aufschlagseite im heutigen «Bund» lautet:
«Der EU-Beitritt würde nur kosten» Die dazugehörende Unterzeile:
Warum der bekannte deutsche √ñkonom Hans-Werner Sinn der Schweiz von einem EU-Beitritt abrät Wer jetzt denkt, der nachfolgende Text bringe differenzierte √úberlegungen zum Thema Schweiz-EU, der irrt. Autor Christof Forster befragt Sinn vor allem zur Lohn- und Rentenpolitik Deutschlands. Nur die ersten 3 von insgesamt 15 Interviewfragen drehen sich um die Schweiz und ihr Verhältnis zur EU. Und Sinns Antworten sind diesbezüglich alles andere als differenziert, zum oben versprochenen «Warum» erfahren wir so gut wie nichts.
Mit anderen Worten: Christof Forsters Titel- und Unterzeilenwahl ist Etikettenschwindel und Effekthascherei. Man könnte sogar sagen, dass Forster mit derartigen Beiträgen die Diskussion rund um die EU-Frage auf unzulässige Weise beeinflusst, weil viele Leute bekanntlich nur Titel und Lead eines Artikels lesen und einen komplett falschen Eindruck gewinnen.
Apropos unzulässig: Forster verwendet für den Titel ein Zitat («Der EU-Beitritt würde nur kosten»), das wir so im Text nirgends finden. Etwas, das journalistisch unzulässig ist. Eine Regel, die bei der so genannten Qualitätszeitung «Bund» offenbar vielen unbekannt ist (siehe auch Eintrag unten).
Dienstag, 21. März 2006
Erstaunlich: «Bund» und «Berner Zeitung» haben sich nach dem Play-off-Aus des SC Bern offenbar gleichzeitig auf diversen Homepages umgesehen und machen den Fan-Frust in ihren heutigen Ausgaben zum Thema von Aufhänger-Texten. Texte, die journalistisch alles andere als sauber und sehr boulevardesk daherkommen («BZ»-Text online nicht verfügbar). Wir konzentrieren uns hier auf den schlechteren der beiden Artikel, denjenigen im «Bund».
Auf der Seite «Stadt & Region Bern» präsentiert uns Dani Landolf, seines Zeichens stellvertretender Chefredaktor, unter dem Titel «Die Finnen sind schuld» einen Text, der weder Fisch noch Vogel ist und journalistischen Ansprüchen schlicht nicht genügt.
Das Hauptproblem:
Landolf wählt für seinen Text die optische Form eines sachlichen Artikels, füllt die Spalten aber mit einer Art Glosse. Betonung auf eine «eine Art», denn der Artikel ist weder besonders witzig noch geistreich, weder polemisch noch satirisch. Also doch ernst gemeint? Hoffentlich nicht. Sollte der Text ernst gemeint sein, dann ist er tendenziös und in höchstem Masse unseriös. Landolf lässt Stehrampenfans umfangreich zu Wort kommen, ohne den Angegriffenen ihr Recht auf Gegendarstellung zu gewähren, er bezeichnet SCB-Trainer Alpo Suhonen als «Noch-Trainer» usw.
Viele weitere Probleme:
Landolf baut in seinen Text jede Menge Fehler ein. Das beginnt schon mit dem Titel «Die Finnen sind schuld». Ein Zitat, das wir so im Text nicht finden.
Richtig schlimm wirds im Lead. Landolf schreibt:
Der Schlittschuh Club Bern (SCB) kann auf die wohl stärkste Fanunterstützung in ganz Eishockey-Europa zählen. Als Sieger der Qualifikation glaubten die Supporter fest an einen weiteren Meistertitel ‚Äì bis Kloten kam. Und damit der grosse Frühlings-Frust. Unseres Wissen haben die Eishockeyaner des SC Bern die Qualifikation gewonnen und nicht deren Supporter ‚Äì ein Logikfehler der schlimmeren Sorte, den uns Landolf da vorsetzt. Abgesehen davon, dass der Autor sich das «wohl» im ersten Satz schenken kann: Entweder man weiss, dass die SCB-Fans die stärkste (lies zahlreichste) Unterstützung in ganz Europa bieten oder man formuliert den Satz anders.
Im Haupttext wirds nicht besser, Landolf schreibt:
Der Fanclub Bäregrabe brachte es auf den Punkt: «Wer muss nach dieser Blamage sofort entlassen werden?», fragte er. Die Auswahl der Antworten: (a) Suhonen Alpo, (b) Suhonen, (c) Alpo, (d) Alpo Suhonen, (e) der finnische Trainer oder (f) der Theaterdirektor an der Bande»? (Für Nicht-Insider: Suhonen hatte zwischenzeitlich diese Funktion einmal inne.) Suhonen war Theaterdirektor an der Bande? Ein Job, von dem wir noch nie etwas gehört haben.
Weiter unten:
Der Noch-SCB-Trainer Suhonen hat das Potenzial, zum Arthur Jorge der SCB-Fans zu werden. Man muss schon ein eingefleischter Fussballfan sein, um sich an den ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Jorge und die Gefühle, die er damals ausgelöst hat, zu erinnern. Auf der «Stadt & Region Bern»-Seite ist der Jorge-Vergleich auf jeden Fall eine komplette √úberforderung des Lesers. Detail am Rande: Artur Jorge schreibt seinen Vornamen ohne «h».
Der Schluss des Artikels:
Knapp 20 Prozent haben auf der Website des SCB angegeben, sie würden «nie mehr ein Spiel» besuchen. Das aber glaubt ihnen niemand. «Wenn es wieder so weit ist, werden die ein neues Abi kaufen», sagt SCB-Supporter Marcel Greter: «Ein echter Fan unterstützt seinen Club auch, wenn es nicht so gut läuft.» Auch Margret Wasserfallen. Ein echter Fan unterstützt also auch Margret Wasserfallen? Ein weiterer Logikfehler. Immerhin: Landolf bleibt seiner Linie auch im letzten Satz des Artikels treu.
Sonntag, 19. März 2006
Nun hat auch die Freiburger Polizei eine Website ‚Äì mit so spannenden Features wie Fotos und einem Kontaktformular, wie die «Freiburger Nachrichten» ausführlich zu berichten wissen. Klar, dass solch eine technische Meisterleistung entsprechende Ressourcen voraussetzt:
Bereits vor sieben Jahren entschied sich die Freiburger Polizei für einen eigenen Internetauftritt. «Doch bisher fehlten uns immer das Geld und das Personal», erklärte Nidegger. Durch den Entscheid des Grossen Rates, 40 zusätzliche Polizisten einzustellen, stehen nun jedoch mehr Mitarbeiter zur Verfügung. «Dadurch können wir auch garantieren, dass die Site immer aktuell ist.» Die Polizei habe die Website kostengünstig durch die Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg entwickeln lassen.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 50'000 Franken. Bei einem privaten Unternehmen hätte man rund das Fünffache bezahlt. Die Polizei rechnet tatsächlich mit einer Viertelmillion für eine einfach gestrickte Website, die nicht einmal den kantonalen Standards bezüglich der Barrierefreiheit entspricht (also etwa blinden Personen das Surfen nicht vereinfacht)? Vielleicht, liebe «Freiburger Nachrichten», hätte man die Verlautbarungen der Polizei etwas kürzen und dafür diese Geschichte erzählen können...
Donnerstag, 16. März 2006
Das Beispiel der Espace Media Groupe scheint Schule zu machen: Die Sportredaktionen der «Südostschweiz» (SO) und des «Bündner Tagblatts» (BT) werden zusammengelegt. Das neue Team wird auch für den Sportteil der SO-Sonntagsausgabe zuständig sein, welche ab dem 7. Mai 2006 erscheint.
Damit geht im Bündnerland ein weiteres Stück publizistische Vielfalt verloren. √Ñhnlich wie in Bern die Espace Media Groupe hat auch die Südostschweiz Mediengruppe von Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass von lokaler Pressevielfalt nur noch in der Vergangenheitsform gesprochen werden kann.
Hanspeter Lebrument muss ohnehin als eines der schwarzen Schafe der Branche bezeichnet werden. Lebrument war es, der 2004 von Verlegerseite die Nicht-Erneuerung des auslaufenden GAV vorantrieb. Lebrument ist es, der heute als Lohndumper schlechthin gilt und mit seiner Haltung entscheidenden Anteil daran hat, dass kein neuer GAV mit den Journalistenverbänden zustande kommt.
Kürzlich hat Lebrument erneut für Aufsehen gesorgt, als er die Verleger zu einem Verzicht auf die indirekte Presseförderung ab 2008 aufrief. Die Reaktionen bei kleinen und mittleren Unternehmen fielen heftig aus.
Montag, 13. März 2006
Leider hat der Blattkritiker für seinen Eintrag «Das Comeback des Charles Beuret» (siehe unten) ganz schlecht recherchiert. Ein Blick ins Impressum des «Bund» zeigt nämlich, dass Beuret dort nach wie vor als Chef vom Dienst figuriert. Der Satz, Beuret habe den «Bund» in Richtung YB verlassen, ist also falsch. Richtig ist, dass Beuret immer noch beim «Bund» tätig ist, sich aber aus der YB-Berichterstattung zurückgezogen hat, weil er im Stade de Suisse das YB-Museum aufbaut.
Der Blattkritiker entschuldigt sich für diesen Lapsus. Er bleibt aber bei der Feststellung, dass es journalistisch nicht sauber ist, wenn «YB-Mann» Beuret jetzt im «Bund» aufgrund der Personalprobleme im Sportressort wieder über YB berichtet.
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