Freitag, 25. Mai 2007
Charles von Graffenried, dessen Credo es lange Zeit war, die Zürcher Verlagshäuser vom Platz Bern fernzuhalten, holt sich mit der Tamedia den ehemaligen «Feind» ins Haus. Don Quijchote hat also aufgegeben – über das Weshalb kann nur spekuliert werden.
Wie bei Übernahmen üblich, ist die Rede von der Lancierung neuer Produkte, von der Nutzung von Synergien, vom gemeinsamen Antreten in härter werdenden Zeiten. Ob die Espace Media Groupe längerfristig allein tatsächlich nicht überleben könnte, wie von Graffenried behauptet, ist schwer zu beurteilen. Sicher ist: Es gibt keinen aktuellen Anlass, jetzt an Tamedia zu verkaufen. Die Espace Media Groupe ist eines der profitabelsten Medienunternehmen der Schweiz. Die Wirtschaft boomt, so dass laut Espace sogar der «Bund» auf dem Weg der Besserung ist.
Was die Tamedia-Übernahme für den Platz Bern und das Berner Modell bedeutet, bleibt abzuwarten. In jedem Fall ist die Aussicht des «Bund», als Komplettzeitung weiter zu bestehen, nicht besser geworden. Zwar soll der «Bund» dem Vernehmen nach dieses Jahr erstmals seit langem schwarze Zahlen schreiben. Es ist jedoch zu befürchten, dass die nächste kleine Konjunktur-Baisse dem Blatt in seiner heutigen Form den Rest gibt. Denn sowohl strategisch wie ökonomisch ist der «Bund» uninteressant. Das war schon für die Espace Media Groupe so und gilt umso mehr für Tamedia. Das bisherige Überleben des «Bund» ist deshalb wohl einzig dem persönlichen Engagement von Charles von Graffenried zu verdanken.
Vielleicht werden, wenigstens in nächster Zeit, die immer vertrackteren Besitzverhältnisse den «Bund» retten: Die Espace kontrolliert «nur» 40 Prozent und nimmt die verlegerische Verantwortung war, 20 Prozent gehören der Publigroupe, die restlichen 40 Prozent und die publizistische Aufsicht liegen bei der NZZ-Gruppe. Mit anderen Worten: Die Espace Media Groupe wird sich auch mit der Tamedia im Rücken nicht einfach über NZZ-Gruppe/Publigroupe hinwegsetzen können (so hoffen wir wenigstens). Verlegerische Überlegungen gehen allerdings oft über publizistische: Das zeigt das Beispiel der zusammengelegten Sportressorts von «Bund» und «BZ».
Wie geht es auf dem Platz Bern weiter? Wir sehen vier langfristige Optionen:
1. Gäng wie gäng. Dies muss als am wenigsten realistisch betrachtet werden, weil Tamedia und Espace dazu nicht hätten fusionieren müssen.
2. Berner Kopfblätter: Die «BZ» wird zum Kopfblatt des «Tages-Anzeigers», der «Bund» wird in einen Mantel der «NZZ»-Regionalmedien (St.Gallen, Luzern, Bern) eingebunden. Letzteres steht schon seit Jahren zur Diskussionen und, man kann es nicht anders sagen, ist von der NZZ-Gruppe schlicht «verlaueret» worden. Denn damit hätte die Integration des «Bund» in die Espace Media Groupe verhindert und die publizistische Vielfalt auf dem Platz Bern längerfristig gesichert werden können.
3. Tamedia-Dreieck: Tamedia wartet solange zu, bis sie auch die Basler Zeitung Medien übernommen hat und produziert im Dreieck Zürich-Basel-Bern einen nationalen Mantel. Was das für den «Bund» bedeuten würde, ist unklar.
4. Worstcase: Der «Bund» wird eingestellt, einige Redaktoren «wechseln» in die «BZ» (analog Sportressort).
Was passiert, wenn der «Bund» tatsächlich stirbt? Gerüchte besagen, dass in diesem Fall in Bern eine unabhängige Online-Zeitung entstehen soll, die die lokale publizistische Vielfalt erhalten würde. Wie realistisch ist ein solches Projekt? Wir wissen es nicht. Billig wäre es auf keinen Fall. Die Milchbüechlirechnung: 3 Redaktoren und 1 Inserateakquisiteur verursachen allein schon rund 300'000 Franken Lohnkosten pro Jahr. Mit den Aufwendungen für Werbung, Büros, Transportmittel, Kommunikation, Computer usw. beläuft sich das Budget schnell einmal auf eine halbe Million Franken.
Eine lokale Online-Zeitung als Alternative zur «BZ»? Teuer, aber nicht unmöglich. Deshalb: Freiwillige vor!
Donnerstag, 24. Mai 2007
Was für eine Elefantenhochzeit: Die Tamedia übernimmt 80 Prozent der Espace Media Group. Im Gegenzug beteiligen sich die Espace-Hauptaktionäre an der Tamedia. Weil Medienanbieter gemäss RTVG höchstens zwei Privatradios betreiben dürfen, müssen die beiden Partner je eine Station abstossen. Tamedia will Radio Basilisk verkaufen, Espace den Bieler Sender Radio Canal 3. Mehr Details in der Espace-Medienmitteilung.
Was steckt dahinter? Wie bei Grossfusionen üblich, wird von der «Nutzung von Synergien» gesprochen. Und auch die «gemeinsame Lancierung neuer Medienprojekte» sei ein Ziel. Das wird die Aktionäre freuen. Aber etwas wüssten wir als Leser trotzdem gern: Ist eines der Fusionsziele auch, jeden Tag eine gute Zeitung zu machen?
Montag, 14. Mai 2007
Heute haben uns verschiedene Tipps erreicht. Eine Rundschau:
Der «Tages-Anzeiger» beteiligt sich an der Abschaffung der starken Verben und titelt heute:
«Zürcher Verwaltung schaffte 3000 Stellen».
(Merci, A.V.)
Der Kulturminister hat in einem «NZZ»-Artikel ein Wikipedia-Zitat entdeckt. «Wenn es stimmt, dass heute ganze Zeitungsredaktionen ihr Hintergrundwissen von Wikipedia beziehen, dann ist das tatsächlich problematisch.» hiess es unlängst in der «NZZ». Aber es ist ja nur ein Satz.
(Merci, Sheila)
Radiomoderator Gerry Reinhardt (Radio Zürisee) berichtet von der wundersamen Veränderung eines DJ-Bobo-Zitats im «Blick».
(Merci, Anonymer)
Der «Tages-Anzeiger» schwimmt gegen den Strom und verlinkt das Logo seiner E-Paper-Anwendung mit www.tages.ch, der Website der «Tabak Geniesser Schweiz».
Hier ausprobieren.
(Merci, K. M.)
Update (15.5.07, 19:15): Die Wikipedia-Meldung entpuppt sich als Ente, die wir unserer Leserschaft ohne Kontroll-Autopsie serviert haben. Wir entschuldigen uns bei der «NZZ» für die kolportierte Unterstellung.
Montag, 14. Mai 2007
Das «Magazin» hat unseren Neujahrswunsch erhört und sich eine neue Website gegönnt. Eine Kurzrezension:
Wir mögen:
- das textlastige, werbefreie Screendesign, das Lesern und Suchmaschinen gleichermassen entgegenkommt
- den Vollzugriff auf alle Texte ( deshalb)
- das Archiv
- die Möglichkeit, Artikel zu kommentieren
- die «Meist Gelesen»-Liste
- die zahlreichen Verknüpfungen zwischen Artikeln, Rubriken und Autoren
Wir wünschen uns zusätzlich:
- Eine Navigation Mit Richtiger Gross Kleinschreibung
- Die Möglichkeit, Artikel zusätzlich als PDF im Original-Layout herunterzuladen (Beispiel hier)
- einen RSS-Feed mit den Themen der neusten Ausgabe
- ein Webformular statt des rührenden «Schreiben Sie uns eine E-Mail»
Ein Wort zur Technik: Die Website auf einem Wiki aufzubauen, ist ein cleverer Schachzug: Die Software ist lizenzfrei, beliebig zu erweitern und verkraftet viele Tausend User gleichzeitig. Zudem sind die Autoren nicht mehr an ein (Heim-)Büro gebunden, sondern können praktisch überall an ihren Texten arbeiten. Das - und nicht unbedingt die Möglichkeit, Leser mitschreiben zu lassen - dürfte ein weiteres Argument pro Wiki gewesen sein.
Wir sind gespannt, wie sich die neue Plattform entwickelt. Und hoffen, dass weitere Redaktionen den Schritt in die Web-Gegenwart wagen.
Freitag, 11. Mai 2007
In der Mittwochsausgabe der «Berner Zeitung» findet sich auf der «Freiburg»-Seite ein Text über ein Hanf-Strafverfahren, den wir auch nach dem dritten Mal lesen nicht verstehen.
Wir fragen uns, wer da wohl in die Tasten gehauen hat - oder wer diesen Text redigiert hat. Unterzeichnet ist der Artikel mit VSHF. Ein Kürzel aus vier Buchstaben? Sehr speziell! Hmm, VSHF? Ach ja, richtig: VSHF = Verein Schweizer Hanffreunde.
Donnerstag, 10. Mai 2007
Wir lesen sie allzu oft, Zeitungstexte, die in einem unerträglichen pseudo-literarischen Ton daherkommen, dabei aber nicht einmal journalistischen Mindestansprüchen genügen. Ein krasses Beispiel finden wir im «Bund»-Kulturteil vom Montag. Der Text mit dem Titel «Zweifel unter dem Kirchendach» toppt alles, was wir bisher in Sachen Kulturtexten gesehen haben.
"Wabernde Textfetzen" vollständig lesen
Mittwoch, 9. Mai 2007
Im «Klartext»-Interview wird «NZZ»-Chefredaktor Markus Spillmann des langen und breiten zu den Printtiteln befragt. Das Web kommt nur ein einziges Mal zur Sprache, nachgehakt wird nicht: Klartext: Auf die Zürcher Wahlen hin hat «NZZ Online» eine ganze Reihe von Blogs mit allen Parteien gestartet, die stark genutzt werden. Was geschieht nach den Wahlen? Soll «NZZ Online» zum Politblog-Zentrum der Schweiz werden?
SPILLMANN: Ich habe Freude an «nzzvotum» (...). Wir möchten gerne in diese Richtung weitergehen. Mein Anspruch dabei ist: Wir wollen die Besten sein. Denn das Unternehmen hat den Ruf zu verteidigen, in einem bestimmten Qualitätssegment die besten Produkte herzustellen. Es geht um unsere Publizistik, um Inhalt. (...) In diese Richtung weitergehen? Diesen Vorsatz finden wir bedenklich. Denn in welche Richtung ist die NZZ mit ihren Blogs bisher gegangen? In eine eher unpassende: Sie lässt andere schreiben. Auf «NZZ Campus» bloggen Studentinnen, Studenten und ein Headhunter. Auf «NZZ Votum» bloggten Vertreter der Zürcher Parteien. Und auf dem «eBalance-Blog», das auf einer eigenen Domain läuft, aber trotzdem das «NZZ Online»-Logo führt, bloggt Heinrich von Grünigen über das Abnehmen.
Produkte ... Publizistik ... Inhalte ...
Vermissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, in dieser Aufzählung etwas? Wir auch: Wo zum Web 2.0 bleiben die Blogs der «NZZ»-Redaktion? Wo schreiben all die Musikkenner, Theaterliebhaberinnen und Gastrokritiker? Wo schreiben die Technikredaktoren, Bildungsspezialisten und Kulturhistorikerinnen? Sie bleiben aufs Papier beschränkt - auch wenn sich die Blogs mit verhältnismässig geringem Aufwand füllen liessen. Wenige Medienhäuser pflegen die kurze Form so bewusst wie die «NZZ». Wenige Medienhäuser können auf einen so grossen Fundus von Copy-Paste-tauglichen Kurztexten zurückgreifen. Und noch weniger Medienhäuser wären derart prädestiniert, um die Schiene der Zweitverwertung zu befahren.
Natürlich ist eine solche Copy-Paste-Stragie nicht das Gelbe vom Ei, sondern nur eine Vorstufe zum dezidierten Schreiben für das Web. Sie wäre aber ein wesentlicher Fortschritt gegenüber der jetzigen Haltung, die nur disparate Artikel aufs Webportal durchsickern lässt und das Bloggen outsourct. Denn so lange auf einer Website bloss ein «NZZ»-Logo prangt, die Autorinnen und Autoren aber nicht der «NZZ»-Redaktion angehören, drückt man sich an der Falkenstrasse um die Kernkompetenz. Und die heisst Schreiben, auch im Web.
Dienstag, 8. Mai 2007
Seit ziemlich genau einem Jahr haben «Berner Zeitung» und «Bund» ein gemeinsames Sportressort (siehe Einträge 1, 2, 3, 4, 5). So weit, so gut – für den «BZ»-Leser. Denn sein Sportteil hat dank dem Zuzug von drei Journalisten aus dem aufgelösten «Bund»-Team und dank der kürzlichen Verpflichtung von Daniel Germann an Qualität gewonnen.
Das Problem, vor allem für den «Bund»-Leser: Längst nicht alle Artikel sind sprachlich und inhaltlich genügend. Das jüngste Beispiel, das die Defizite veranschaulicht, ist der Matchbericht zu YB-St.Gallen auf der gestrigen Sportaufschlagseite. Unter dem Titel «Ein Spektakel ohne Happy-End» schreibt Fabian Ruch einen Artikel, der chaotisch aufgebaut, sprachlich schwach und mit unsinnigen Bildern/Vergleichen gespickt ist.
"Kein Inter...esse" vollständig lesen
Montag, 7. Mai 2007
Der Blattkritiker hat nochmals das «Klartext»-Interview mit «NZZ»-Chefredaktor Markus Spillmann gelesen (s. auch «Drucken, Schneiden, Falzen»). Und weiss jetzt, wo die «NZZ» stark ist, nämlich überall: (Spillmann:) Unsere Kernkompetenz (...) liegt im «Feuilleton», in «Literatur und Kunst», im «Ausland», in der «Wirtschaft», im «Inland». Da fehlt ja bloss der Sportteil (der übrigens von vielen «NZZ»-Lesern gerühmt wird). Und das Lokale? Stadt, Region und Kanton Zürich dürften mit dem «Inland» mitgemeint sein. (Spillmann:) Wir sind keine Regionalzeitung, haben aber einen starken Regionalteil. Wir wollen dabei nicht bis ins Quartier gehen, sondern die kantonale, die regionale und überregionale Bedeutung von Zürich herausarbeiten. (...) Entsprechend hat das Regionalressort eine ganz wichtige Rolle im Chor aller Ressorts. Gibts noch Fragen? Zum Beispiel zum Wert der «NZZ» an sich? Wir haben tolle Produkte ‚Äì am Werktag, am Sonntag, im Magazin-Bereich, aber auch bei den elektronischen Medien. Wir haben ein tolles Unternehmen, wir haben hervorragende Mitarbeiter, wir haben einen exzellenten Ruf. Ich glaube, dass wir eine sehr gute Zukunft haben. Ich bin überzeugt, dass das Pendel wieder zurückschlagen wird: Irgendwann sind es die Leute müde, einfach nur mit schneller Information zugeschüttet zu werden. Keine weiteren Fragen.
Freitag, 4. Mai 2007
Die gestrige «Bellevue»-Seite des «Tages-Anzeigers» verspricht einen Beitrag zur «schnellen Liebe». Keine Panik, Christian Brüngger war bloss an einem Speedflirting-Abend. Das sind diese Bagger-Marathone, bei welchen Singles sieben Mal sieben Minuten mit anderen Singles sprechen. Eigentlich kennt man sich bei der Tamedia damit aus, denn der Speedflirting-Geschäftsführer schreibt regelmässig eine Kolumne im «Tagblatt der Stadt Zürich». Aber etwas Mediendivergenz kann nicht schaden. So wagt sich der Journalist für den «Tages-Anzeiger» in die Hölle der äusseren Werte und bemerkt: Ein Brad Pitt bin ich nicht gerade. Aber ich kann 5 und 5 locker zusammenzählen und bin seit kurzem wieder single Reicht das, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen? Den Dicklichen vor mir sollte ich eigentlich im Griff haben. Auch der Strebertyp mit schütterem Haaransatz kämpft hoffentlich in einer anderen Liga. Der Beau direkt hinter mir bereitet mir da schon mehr Sorgen, aber erfreulicherweise gehört er der zweiten Alterskategorie an. Ich bin bei den Teilnehmern um 30 eingeteilt, er bei denjenigen um 40. Und 5 und 5 kann er sicher nur mit grösster Mühe zusammenzählen, der Beau. Eigentlich müsste sich Brüngger um die Frauen kümmern, nicht um die Männer. Doch hoppla, schon beim Anblick meiner ersten Gesprächspartnerin wird mir bewusst: Manchmal reichen bereits Nanosekunden, damit alles klar ist. Denn sie ist, dezent formuliert, nicht gerade mein Typ. Und ihr Gekichere – «ich bin halt ein wenig nervös», sagt sie zur Begrüssung – bringt mich erst mal aus der Flirt-Stimmung. Doch hoppla, das kann passieren. Es handelt sich, dezent formuliert, um ein alltägliches Erlebnis. Zum Flirten brauchts immer zwei. Wie gut das funktioniert, wenn im Hintergrund die Stoppuhr läuft, erfährt der Leser nicht. Ist der Journalist nervös? Routiniert? Wie sehen die Frauen aus? Besser als die Männer? (Dickliche ... Streber ... nicht gerade Brad Pitt) Wie ist die Stimmung? Schleichen nach der letzten Runde alle aus der Beiz, oder wagt jemand noch ein Lächeln? Anscheinend sind das die falschen Fragen. Der Journalist ist nicht ausgezogen, um zu berichten, sondern um Sprüche zu klopfen: Über Nummer 4 und 5 legen wir den Mantel des Schweigens. Dafür gefallen ihm Nummer 2 (Bankerin, 30, «freundlich und interessiert») und Nummer 6 (Sekretärin, 28, «mit Sinn für Humor und Ironie»). Die letzten zwei Damen (oder Nummern?) fallen bereits wieder ab («Die zwei letzten Begegnungen nehme ich routiniert, aber nach einem kurzen Abchecken ambitionslos in Angriff»). Acht minus fünf plus eine gleich ... Fazit: Bloss zwei der acht Frauen würde ich wieder sehen wollen. Von diesen findet mich eine ebenfalls sympathisch und lässt mir ihre Adresse zukommen. Eine eher magere Ausbeute, finde ich. Fazit: Ein gelangweilter Journalist hat einen langweiligen Artikel über ein spannendes Thema geschrieben. Eine eher magere Ausbeute, finden wir.
Mittwoch, 2. Mai 2007
Die «Berner Zeitung» bietet kein elaboriertes Kreuzworträtsel √† la Trudi Müller-Bosshard. Dafür erfreut sie ihre Leserinnen und Leser mit neckischen Ratespielen. Wer zum Beispiel heute die Randspalte der «Freiburg»-Seite studiert, findet die folgende Knacknuss: Flamatt
Ein Tag der offenen Tür.
Im Rahmen des 10-Jahr-Jubiläums und des nationalen Spitex-Tages findet am Samstag von 10 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Den Gästen wird angeboten: Blutdruck- und Zuckermessen, Vorstellen von Hilfsmitteln und eine gediegene Kaffeestube. Und jetzt zu den Fragen:
- Wer feiert 10 Jahre Jubiläum?
- Wo findet dieser Tag der offenen Tür statt?
- Dürfen die Gäste auch Hilfsmittel vorstellen, ohne sich den Blutdruck messen zu lassen?
Im Ernst: Früher galt das Lokalressort noch als Feuertaufe für angehende Journalistinnen und Journalisten. Die Adresse einer Kaffeestube zu verschweigen, wäre damals gleich schlimm gewesen, wie einen Bundesrat nicht beim Namen zu nennen. Denn die Fakten mussten einfach stimmen.
Tempi passati. Heute wird einfach irgendetwas geschrieben. Eine Wochenernte «BZ»-Schlagzeilen wurde in diesem Blog bereits eingefahren. Beschränken wir uns dieses Mal auf den Lead und den «Bern»-Bund: Damit die Verkehrsteilnehmer die Poller besser sehen, wurde ein Kleber mit gelb-schwarzen Streifen drauf geklebt.
Statt 100 nehmen dieses Jahr nur 90 Anbieter am Belper Jahrmarkt teil. Es gibt ihn seit 20 Jahren. Einmal ging er aber vergessen.
Für Wynigens Spielgruppe zeichnet sich eine √úbergangslösung ab, falls ihre Initiative nicht angenommen werden sollte. Wer wissen will, worum es geht, muss in Gottes Namen den ganzen Artikel lesen. Und die Adresse der Kaffeestube lässt sich zur Not auch googeln.
Die Zeitung als Rätselmagazin. Ist das nicht spannend?
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