Wenn man die «NZZ am Sonntag» im Allgemeinen und den «Stil»-Bund im Besonderen liest, kann man nicht umhin, eine auffallende Frequenz des Wörtchen «man» zu bemerken. Man kann sich daran stossen, weil man im Journalismus früher Ross und Reiter zu nennen pflegte und «man» ein Indiz für handwerkliche Faulheit oder mangelnden Durchblick sein kann. Man kann sich daran freuen, weil man «man» für ein besonders gelungenes Emblem des stilbewussten Kollektivs hält, dem man natürlich selbst angehört. Natürlich kann man auch darüber hinwegsehen. Unabhängig von der Einstellung, die man zur Verwendung von «man» pflegt, bemerkt man in der heutigen Ausgabe aber eine Aussage, die man als höchst verwirrend bezeichnen muss. In einem Artikelchen über ein griechisches Hotel liest man nämlich die folgenden Sätze:
(...) freier Blick aufs Meer und den Weg, der an den 2,5 Kilometer langen Hausstrand führt. Hier legen die Schnellboote ab. Wenn man sie nicht besitzt, kann man sie mieten. Unterhalb der Terrasse liegt auch der Ort, wo man sich abends amüsiert: die Bar.
Wer beim Namen der Besitzer des Resorts, Riefenstahl, kurz zusammenzuckt, liegt richtig. Ja, auf verschlungenen Pfaden ist man mit jener Leni Riefenstahl verwandt. Mehr erfährt man nicht. Der Hang zum ästhetischen Arrangement ist jedenfalls auch im «Danai» augenfällig.
Man (Gast) mietet Schnellboote, wenn man (Gast) sie nicht schon besitzt, man (Hotelier) ist mit der Riefenstahl verwandt, aber man (Gast) erfährt von man (Hotelier) nicht mehr darüber. Man (Gast? Hotelier? Beide?) ist nicht mehr bloss ein beliebiges Raunen, man (wer denn jetzt?) ist zugleich Gast und Hotelier, mit der Riefenstahl verwandt und nicht verwandt, man ist eine multiple Persönlichkeit.
Bei der «NZZ am Sonntag» scheint man sich vor lauter Verliebtheit in die eigenen Stilblüten ein wenig verrannt zu haben. Oder täuscht man sich da?
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