Das Komitee
«Rettet den Bund» lädt zur Medienorientierung – und weckt Erwartungen. Nach wochenlangem Schweigen erhoffen sich die 13’000 Unterzeichnenden der Petition zur Rettung von Berns ältester Tageszeitung eine substanzielle Antwort darauf, wie dem «Bund» neues Leben eingehaucht werden soll. Fehlanzeige.
An der Medienorientierung erfährt die Öffentlichkeit drei Dinge:
• Erstens: Das Komitee lanciert eine Plakatkampagne mit Kuno Lauener. Slogan: Der «Bund» gehört zum Besten, was Züri West zu bieten hat.
• Zweitens: Das Komitee will mit einer Internetumfrage herausfinden, «was sich die Medienkonsumenten in Zukunft wünschen».
• Drittens: Das Komitee gründet den «Verein Berner Medienvielfalt», um «gegen das drohende Pressemonopol im Grossraum Bern zu kämpfen».
Die entscheidende Frage wird damit nicht beantwortet. Wie soll der Bund – oder die Medienvielfalt – in Bern gerettet werden? Drei Monate bevor Tamedia über Sein oder Nichtsein des «Bund» entscheidet, hat das Komitee bestenfalls wage Vorstellungen darüber, wie das Ziel erreicht werden könnte. Die abenteuerlichste: Der «Bund» soll künftig von einer neu zu gründenden Trägerschaft herausgegeben werden – als Tageszeitung, als Wochenzeitung oder als Beilage zu einem etablierten Printmedium. Nur: Wie soll ein solches Szenario finanziert werden? Das Komitee antwortet kryptisch:
• Gibt es einen Businessplan? Wir haben Kostenschätzungen gemacht.
• Gibt es potente Investoren? Berner Investoren scheuen die Öffentlichkeit.
• Gibt es Gespräche mit der NZZ? Das Huhn gackert erst, wenn es das Ei gelegt hat.
• Gibt es einen Markt für eine Wochenzeitung? Wir nehmen uns die Freiheit, das Unmögliche zu denken.
Das ist zuwenig, um die Bewegung, die das Komitee in den vergangenen Monaten ausgelöst hat, in Schwung zu halten. Um den «Bund» oder die Berner Medienvielfalt zu retten, braucht es rasch klare Szenarien, solide Finanzierungspläne und realistische Markteinschätzungen. Denn weder grosse noch kleine Geldgeber investieren in Luftschlösser.
«Mir hei e Verein» – das reicht nicht! Aber es könnte ein Anfang sein …
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Das artet ja langsam aus.
Peter Zieglers Replik zum BUND ! Meine (einmalige/ei [...]
Ich finde, @Leumund hat es drü ben bei Twitter hervorra [...]
Eine Gegendarstellung ohne Red aktionsschwanz? … dass i [...]