Mit der «Plattform» bietet Blattkritik.ch ausgewählten Gastautoren die Möglichkeit zur Medienkritik. Den Anfang macht Dr. Franz Mauelshagen vom historischen Seminar der Universität Zürich, der bereits im «Tages-Anzeiger», in der «FAZ» und in der «NZZ» publiziert hat. Dr. Mauelshagen hat sich unter anderem auf Umweltgeschichte spezialisiert, sein Fachgebiet sind Katastrophen und deren Bewältigung. Nähere Informationen finden Sie hier.
Banalisieren, diskreditieren, ins Zwielicht rücken
«Der rückwärtsgewandte Prophet», so ist ein
Artikel (online nicht frei zugänglich) von Philipp Gut in der «Weltwoche» vom 14. Dezember 2006 betitelt. Eingerahmt wird er von Michael Mierschs Beitrag
«Das Debakel von Delphi», in dem Klimaforschung zu einer Art Futurologie gemacht wird ‚Äì als beruhe sie nicht auf Messdaten, sondern auf willkürlichen Vorhersagen im Jahrhundertmassstab.
Das Ganze ist eine Kampagne mit dem Ziel, den aktuellen Klimawandel und seine Ursachen zu banalisieren. Miersch versucht, Klimavorhersagen ganz allgemein zu diskreditieren. Philipp Gut wird persönlich, indem er den Klimahistoriker
Christian Pfister angreift und dessen öffentliche Aussagen ins Zwielicht rückt. Zu diesem Zweck unterstellt er einen Konflikt zwischen wissenschaftlicher Bewertung und politischer Einstellung des Berner Wirtschafts-, Sozial- und Umwelthistorikers. Von «Widersprüchen» ist die Rede. Der Beitrag möchte sie aufzeigen, scheitert dabei aber kläglich. Unsauber ist schon die mangelnde Trennung zwischen Selbstaussagen des Wissenschaftlers Christian Pfister und Einschätzungen des Artikelverfassers. Die Bildunterschrift «Bedauern über die Widerspenstigkeit von Katastrophen: Professor Pfister» lässt doch wohl erwarten, dass Pfister ein entsprechendes Bedauern selbst zum Ausdruck gebracht hat. Das ist jedoch blanke Unterstellung.
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