Montag, 14. Mai 2007
Heute haben uns verschiedene Tipps erreicht. Eine Rundschau:
Der «Tages-Anzeiger» beteiligt sich an der Abschaffung der starken Verben und titelt heute:
«Zürcher Verwaltung schaffte 3000 Stellen».
(Merci, A.V.)
Der Kulturminister hat in einem «NZZ»-Artikel ein Wikipedia-Zitat entdeckt. «Wenn es stimmt, dass heute ganze Zeitungsredaktionen ihr Hintergrundwissen von Wikipedia beziehen, dann ist das tatsächlich problematisch.» hiess es unlängst in der «NZZ». Aber es ist ja nur ein Satz.
(Merci, Sheila)
Radiomoderator Gerry Reinhardt (Radio Zürisee) berichtet von der wundersamen Veränderung eines DJ-Bobo-Zitats im «Blick».
(Merci, Anonymer)
Der «Tages-Anzeiger» schwimmt gegen den Strom und verlinkt das Logo seiner E-Paper-Anwendung mit www.tages.ch, der Website der «Tabak Geniesser Schweiz».
Hier ausprobieren.
(Merci, K. M.)
Update (15.5.07, 19:15): Die Wikipedia-Meldung entpuppt sich als Ente, die wir unserer Leserschaft ohne Kontroll-Autopsie serviert haben. Wir entschuldigen uns bei der «NZZ» für die kolportierte Unterstellung.
Freitag, 23. März 2007
Im heutigen «Tages-Anzeiger» berichtet Marc Badertscher über die Ringier-Jahreskonferenz und insbesondere über den siechenden «Blick.» In seinem Text geht Badertscher auf «gewisse Leitplanken» ein, welche «dem Vernehmen nach bereits montiert» seien. Wie verbindlich diese Leitplanken sind und wie gut Badertscher das Ringier-Strassenbauamt kennt, wird nicht ganz klar. Wir geben deshalb einige seiner Aussagen als Hypothesen wieder:
- Der «Blick» soll eine Bezahlzeitung bleiben, die eventuell und nur teilweise gratis abgegeben wird.
- Der «Serviceteil» soll «massiv ausgebaut» werden.
- Die Redaktion soll «von der Newsberichterstattung befreit» werden.
- Die Redaktionen der Ringier-Titel sollen «zusammenrücken.»
Wenn wir diese Infohäppchen kühn extrapolieren, heisst das: Der «Blick» verabschiedet sich von der Nachrichtenredaktion und bringt vor allem Geschichten, Sexinserate, Gesundheitstipps und Opern-Empfehlungen. Nicht mehr die «Blick»-Redaktion macht den «Blick», sondern eine konföderierte «Cash»-, «Schweizer Illustrierte»- und «heute»-Redaktion. Ein Löffel Boulevard, eine Prise Wirtschaft, eine Messerspitze Nachrichten und ganz, ganz viele bunte Bildchen - und fertig ist die stärkste Zeitung der Schweiz? Das dürfte wohl eher eine Fahrt in den Auflagenabgrund geben.
Freitag, 19. Januar 2007
Warum sich der Bundesrat «nach wie vor mit Händen und Füssen gegen ein Verbot» von Pitbulls wehre, sei «nicht ergründbar», hat «Blick»-Politik-Chefreporter Georges Wüthrich gestern in einem Kommentar (online nicht erhältlich) geschrieben.
Das stimmt. Nicht ergründbar ist aber auch, warum «Blick online» weiterhin ungerührt derartige Inserate schaltet:
«Pitbull
Riesenauswahl zu Superpreisen»
«Pittbull
Tolle Angebote, tolle Preise» Um genau zu sein: Ergründbar sind die Motive natürlich schon. Aber wo bitte bleibt die Konsequenz? Und wie glaubwürdig sieht neben solchen Inseraten Georges Wüthrichs Kommentar aus?
Mittwoch, 17. Januar 2007
Wer zu wenig Zeit zum Lesen hat, liest wenigstens die Schlagzeilen. Und kann sich mal freuen, mal ärgern, ganz wie bei der Komplettlektüre. Die «NZZ», deren Schlagzeilen-Kompetenz wir schon mehrfach lobten ( 1, 2, 3), macht den Anfang: Gemeinsam Gemüse naschen statt einsam Chips vor der Glotze heisst es heute über einem Artikel zu Mittagstischen für die Oberstufe. Der Blattkritiker hätte als fehlendes Chips-Verb noch ein mampfen eingesetzt. Doch allzu volksnah soll es ja nicht werden. Dafür erfreut uns der «NZZ»-Bericht über ein australisches Zoo-Experiment: Ein Menschentheater im Affenhaus Das sind klare Worte, die sich das «NZZ»-Inlandressort vermutlich unter Qualen verbieten muss. Und wie gross ist die Freiheit erst beim Feuilleton des «Tages-Anzeiger»! Die Rezension des Böse-Buben-Films «Breakout» wird mit einem trockenen Satz überschrieben: Die Bronx liegt nicht in Winterthur Die Wahrheit tönt halt oft banal. Doch es gibt auch weniger erfreuliche Beispiele: 300 Fragen ‚Äì und keine einzige Antwort lautet der heutige Kioskaushang des «Blick», der sich nicht auf «Wer wird Millionär» bezieht, sondern auf den Swissair-Prozess. Eine Headline, die Meilen unter den Titeln der 90er Jahre liegt. Doch wenigstens stimmen Aussage und Inhalt überein. Anders bei der «Blick»-Stiefschwester. «heute» rezyklierte am Montag eine «Spiegel»-Meldung über das erst seit wenigen Tagen bekannte Krankheitsbild Internetsucht. Das Textchen, laut dem eine Million der Deutschen internetsüchtig ist, überschrieb die Produktion mit Deutsche sind netzsüchtig Die restlichen 81 Millionen also auch.
Montag, 15. Januar 2007
Am 8. Januar berichtete der «Blick» über einen tragischen Unfall: An der Tramhaltestelle Guggachstrasse im Zürcher Kreis 6 erfasst ein Tram der Linie 7 eine 36-jährige Frau. Sie stirbt noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen. Wie der «Blick» weiter berichtet, handelt es sich bei der Getöteten um eine Blick-Redaktorin. «Man weiss erst, ob man einem Engel ins Gesicht gesehen hat, wenn er wieder gegangen ist», schreibt die Boulevardzeitung am 11. Januar im Gedenken an die verunfallte Kollegin.
Kurz vor ihrem Tod wird die Redaktorin zusammen mit ihrem Hund «Whoppi» fotografiert. Für eine Geschichte, die heute, am 15. Januar, im «Blick» abgedruckt ist: «Dog Star ‚Äì Unser bester Freund. Blick-Mitarbeiter zeigen ihre Vierbeiner». Unter anderem mit Chefredaktor Werner de Schepper und seinem Labrador «Theo» und Jürg Ramspeck mit seiner Terriermischung «Napo». Die verunfallte Redaktorin kommt in der Bildergeschichte natürlich nicht mehr vor. Sie ist just heute, am Erscheinungstag der Geschichte, beerdigt worden.
Frage an die Dufourstrasse: Wie wäre es mit etwas mehr Fingerspitzengefühl?
Samstag, 6. Januar 2007
Wir wünschen …
… Hanspeter Born von der «Weltwoche», dass er im Schreibstau stecken bleibt.
… der «NZZ am Sonntag» eine Packung Jodtabletten gegen die atomare Verseuchung.
… «Weltwoche»-Chef Roger Köppel einen liberalen Gedanken.
… Kolumnist Christoph Mörgeli, dass ihm ein neuer Text gelingen möge.
… Kolumnist Peter Bodenmann mehr Lockerheit im Umgang mit Genossen, die es – im Gegensatz zu ihm – in den Bundesrat oder ins Amt des Preisüberwachers geschafft haben.
… Kolumnist Henryk M. Broder ein paar Wochen Zeltferien mit einem muslimischen Gutmenschen.
… «10 vor 10» mehr Qualität und weniger 0815-Boulevard.
… Rudolf Gafner vom «Bund» ein kritisches Wort über Barbara Hayoz.
… Stefan von Bergen von der «Berner Zeitung» zur Würze die nötige Kürze.
… der «Weltwoche» eine Ausgabe ohne Korrigenda zu Urs Paul Engelers Text der Vorwoche.
… den Frauen eine «Annabelle» mit einem Mann auf dem Cover.
… «Watch me TV» weniger Leck-mich-Wirkung.
‚… Dani Landolf, dem scheidenden stv. Chefredaktor des «Bund», einen Job, der seinen Qualifikationen entspricht.
… dem «Blick», dass er seine kompromisslos opportune Haltung zu heiklen Vorlagen weiter festigt und konsequent variiert.
… Auto-Kolumnist Ulf Poschardt ein Velo mit Rücktritt.
… Lorenz Kummer vom «Bund» eine US-Regierung, die den Irak demokratisiert … demokratisiert … demokratisiert …
… dem «Bund» so wenig «Berner Zeitung» wie möglich.
… der «Berner Zeitung» alles Gute.
Freitag, 5. Januar 2007
Damit die Schweizer Presse auch das Jahr 2007 überlebt, wünschen wir uns für das neue Jahr mit Nachdruck ...
... dass Millionenzürich-Provinzler, Sowohl-als-auch-Intellektueller und «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Peter Hartmeier mit einer Rücktrittsandrohung die Null-Niveau-Regionalstrategie seines Blattes mit sofortiger Wirkung beendet. Egal, wie es ausgeht, ob er als Chef abtritt oder die Regionalisierung abgebrochen wird: Der Tagi gewinnt so oder so.
... dass die unzähligen Berater in den Verlagshäusern, die so gerne Zahlen zählen, im neuen Jahr auch das Lesen lernen und verpflichtet werden, zu lesen, was sie angerichtet haben mit ihrem Spar-, Ausdünnungs- und Vollkostenwahn. Eine Printbranche nämlich, die gegen das Internet nur verlieren kann, wenn sie mit geschwätzigen Kolumnen und bunten Lesestöffchen zwar durchaus Geld, aber auch Leser wegspart.
... dass Tettamanti-Adoptivsohn und Frauenversteher Roger Köppel, der sich neuerdings im Eigenverlag verlegt, endlich seinem journalistischen Credo nachlebt und nicht mehr dauernd in seine «Weltwoche» hievt, was nicht ist (Klimawandel), sondern was ist (Klimawandel). Und vor dem Fernseher Beckmann-Interviews mit der deutschen Bundeskanzlerin abschreiben muss 2007 auch nicht mehr sein. Danke.
... dass Tamedia-Chef Martin Kall in seine persönliche Weiterbildung investiert und sich die «Süddeutsche Zeitung» abonniert, damit er täglich daran erinnert wird, wie gut eine Qualitätszeitung sein könnte. Falls Kall nicht mehr bereit ist, für ein Printprodukt Geld auszugeben, darf er sich bei mir melden: Ich schenke ihm gerne ein Jahresabonnement.
... dass Multimedia-Chefredaktor Andreas Durisch («Sonntags-Zeitung», «Facts») den geistigen √úbergang von den 1990ern- in die Nullerjahre schafft und erkennt, dass die Zeiten endgültig vorbei sind, in denen mit ein paar Fakten und ein paar aufregenden Zitaten Geschichten gezimmert werden konnten, dass eine reine News-Strategie in Zeiten des Internets kein Erfolgsrezept mehr sind für seine Publikationen und dass Zeitschriften für Leser und nicht für Nicht-Leser gemacht werden müssen.
... dass die letzten Exemplare der aussterbenden Spezies des Boulevardjournalisten vom Verlagshaus Ringier mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (Sauerstoffzelt, Frischzellenkur) am Leben erhalten werden und in ein Fortpflanzungsseminar geschickt werden, damit «Blick» und «Sonntags-Blick» wieder jenen Journalismus machen können, den sie machen müssen, um publizistisch existenzberechtigt zu sein. Dabei ist unbedingt zu beachten: Boulevard muss auch weiterhin nicht heissen, gegen Asylsuchende zu hetzen und Tempo 200 auf Autobahnen zu fordern. Aber ohne grosse Buchstaben, freche Titel und mutige Geschichten geht es nicht.
... dass die Tamedia-Zeitschriftenverantwortliche Uli Rubner endlich mehr tut, als nur Zeitschriftenverantwortliche der Tamedia zu sein. Zum Beispiel darüber nachdenken, wie Zeitschriften sich entwickeln müssen, damit sie auch in ein paar Jahren noch gekauft werden. Auf ihren Medienkritiker-Mann Kurt W. Zimmermann darf sie beim Nachdenken unter keinen Umständen hören: Auch er ist ein Fossil aus den 90ern.
... dass die Chefredaktoren ihre Journalisten vertraglich dazu verpflichten, ihren Bürostuhl mindestens einmal täglich zu verlassen, wobei unbedingt festgehalten werden muss, dass dieser Vertragszusatz nicht mit dem Gang in die nächste Beiz erfüllt ist.
... dass der «Berner Zeitung» der Auftritt unter dem Gattungsbegriff Zeitung vom Verband der Schweizer Presse verboten wird, weil Minimalstandarts erfüllen muss, wer sich mit diesem Titel schmücken will (zum Beispiel mindestens ein druckfehlerfreier Abschnitt pro Text).
Mittwoch, 3. Januar 2007
Zum neuen Jahr wünschen wir der Schweizer Presse nur das Beste. Insbesondere:
Der «Mittelland Zeitung», dass Urs Helbling nicht jedesmal einen «Das Leben ist schön»-Kommentar auf die Frontseite knallt, wenn die Sonne länger als zwei Stunden scheint.
Der «Sonntagszeitung», dass Arthur Rutishauser nicht ausgerechnet während des Prozesses gegen die früheren Swissair-Kader krank wird.
Dem «Sonntagsblick», dass Beat Kraushaar und Sandro Brotz noch lange, lange Zug fahren.
Unzähligen Ringier-Angestellten, dass Frank A. Meyer demnächst der übermächtige Wunsch packt, sich frühzeitig pensionieren zu lassen.
Der «Solothurner Zeitung» im allgemeinen und deren Stadtredaktion unter Wolfgang Wagmann im Besondern die Erkenntnis, dass nicht alles, was von Stadt- und Gemeinderegierungen kommmuniziert wird, grundsätzlich schön und gut ist.
Roger Köppel, dass sich die Promis aus der Weltpolitik und -wirtschaft weiterhin daraum reissen, mit ihm dinieren zu können.
Res Strehle, Chef des «Magazins», dass er von der Jury, in der er sitzt, auch nächstes Jahr zu einem der besten Journalisten des Landes gewählt wird.
Max Küng, ebenfalls vom «Magazin», noch mehr Taschengeld und seiner kolumnierenden Kollegin Michèle Roten einen Mann.
«Blick»-Chef Werner de Schepper 20 Minuten Zeit, um sich für sein Blatt eine auflagesteigernde Strategie auszudenken.
Dem «Schlagzeiten»-Dichter der «Sonntagszeitung» nie nachlassende Inspiration.
Felix E. Müller von der «NZZ am Sonntag» ein Dutzend Pulitzerpreise.
Felix Bingesser, dem Sportchef der Aargauer Zeitung, einen mutigen Coiffeur.
Margrit Sprecher, der Doyenne des Gspürschmi-Journalismus, eine Schlange gescheiterter Existenzen vor der Haustüre.
Erwin Koch, dass ihn mal jemand zur Seite nimmt und ihm kurz und bündig sagt, dass man auch kurz und bündig viel sagen kann.
Sonntag, 19. November 2006
Der «Tages-Anzeiger» hat seine Probleme mit dem e-Paper (wir berichteten) vorerst behoben. Doch nun droht dem Webmaster an der Werdstrasse neues Ungemach. Im benbit-Weblog finden wir eine Machbarkeitsstudie zum sogenannten Cross-Site-Scripting. Damit ist es möglich, eigene Inhalte auf fremde Websites einzuspeisen. benbit zeigt dies anhand eines Jux-Artikels, den er auf tagesanzeiger.ch und blick.ch injiziert hat. Und meint dazu: Was man damit alles anstellen kann muss ich euch ja nicht sagen.
Wenn Ihr auf 10 renomierten Online-Zeitungen liest, Google wäre Konkurs, irgendwann würdet Ihr das Glauben. Mit diesen Löchern könne man an der Börse spekulieren. Es ist davon auszugehen, dass die Google Aktie zusammenbrechen würde. Ganz so weit würde der Blattkritiker nicht gehen. Er fragt sich aber ernsthaft und nicht zum ersten Mal, welche Sicherheitsdoktrin die Schweizer Medienhäuser bei ihren Web-Applikationen verfolgen. Denn das Problem ist eng mit den vorherigen e-Paper-«Hacks» verwandt: Auch ein Cross-Site-Scripting ist nur möglich, wenn vermeintliche Benutzereingaben ohne √úberprüfung akzeptiert werden. Und das Nachprüfen von Angaben gehört - zumindest im publizistischen Kerngeschäft - zu den Grundregeln.
Donnerstag, 14. September 2006
Fünf Jahre und zwei Kriege nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 liegen immer noch keine gerichtstauglichen Beweise für die Schuld Osama bin Ladens und der 19 Attentäter vor. Daran hat auch der vor etwas mehr als zwei Jahren veröffentlichte Bericht der 9/11-Untersuchungskommission nichts geändert: Viele der offenen Fragen wurden nicht beantwortet, viele der im Bericht aufgestellten Behauptungen sind inzwischen widerlegt (siehe David Ray Griffins Buch «Ommissions and Distortions»). Zuletzt hat der Prozess gegen Zacarias Moussaoui gezeigt, auf wie wackligen Füssen die Version der US-Regierung steht. Hätte Moussaoui nicht ein zweifelhaftes Geständnis abgelegt (das er inzwischen widerrufen hat), wäre er nicht verurteilt worden. Zudem haben Zeugen während des Prozesses wiederholt Aussagen zu Protokoll gegeben, die ein mehr als schiefes Licht auf die offizielle Version der Ereignisse werfen.
Logisch, dass die Kritik an der offiziellen 9/11-Darstellung in den USA immer lauter wird und Gehör findet. 36 Prozent der Amerikaner und sogar 49 Prozent der New Yorker glauben heute, dass die Bush-Administration bei den Anschlägen irgendwie die Finger im Spiel hatte. Zahlen, die noch vor kurzem niemand für möglich gehalten hätte.
Zahlen, die auch den Medienschaffenden hierzulande zu denken geben müssten. Betonung auf «müssten». Denn obschon der fünfte Jahrestag der Anschläge der ideale Moment gewesen wäre, um Bilanz zu ziehen und den Lesern Fakten oder zumindest Analysen zu präsentieren, lesen oder hören wir ausser im «Tagesanzeiger», im «Blick» und in der Kulturbeilage der «Basler Zeitung» in der gesamten Schweizer Medienlandschaft nichts, was dem vor allem in den USA laufenden Diskurs auch nur annähernd gerecht werden würde.
"9/11: viele Vorurteile, wenig Substanz" vollständig lesen
Dienstag, 12. September 2006
Die neuen WEMF-Zahlen liegen vor und sorgen bei den grossen Titeln für Zähneknirschen. Die aktuellen Notierungen: «Tages-Anzeiger» minus 4,5 Prozent, «NZZ» minus 5,5 Prozent, «20 Minuten» plus 7,4 Prozent (eine praktische Linksammlung zur Erhebung gibts beim Medienspiegel). Hübsch auch der Bericht der NZZ, welcher Seitenhiebe auf Tamedia-Titel mit beiläufigem Totschweigen des eigenen Resultates vereint.
Der Blattkritiker ist auf die nächste Auswertung gespannt, in welcher erstmals auch die Zahlen der Qualitätszeitung «heute» enthalten sein werden. Wen wird sie kannibalisieren? Doch nicht etwa die publizistische Stiefschwester («Mir verträged ois im Fall uuuuh guet!») aus dem Hause Ringier?
Donnerstag, 23. März 2006
Wer bei Google das Wort «Blick» eingibt, erhält als Treffer Nummer 1 den Link auf die Zeitung «Blick». In der Beschreibung steht:
Die grösste Boulevard-Zeitung der Schweiz bietet im Internet ein Auszug des aktuellen Tages und ein Archiv an. Richtig müsste das natürlich «‚Ķ einen Auszug des aktuellen Tagesgeschehens ‚Ķ» heissen. Die «Blick»-Leute schaffen es, in einen einzigen Satz ‚Äì notabene einen Satz mit Werbefunktion ‚Äì einen Fall- und einen Logikfehler einzubauen. Deutsches Sprache, schweres Sprache.
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