In ihrem Leitartikel vom Samstag schreibt die NZZ vom
«Leben mit den Naturgewalten» (Link kostenpflichtig). Drei Spalten lang siniert der Autor über Katastrophen und den menschlichen Umgang mit ihnen. Drei Spalten lang vergisst der Autor, dass man Erdbeben einfach nicht mit Wirbelstürmen in einen Topf werfen kann und dass tektonische Verschiebungen für die Klimadiskussion schlicht irrelevant sind. Drei Spalten lang bringt «H.K.» Sätze zu Papier wie «Wir wissen nicht einmal, was wir nicht wissen», um zu guter Letzt daraus zu schliessen:
Die verunsicherte √ñffentlichkeit registriert über die Medien, dass, wo immer ein Gletscher schmilzt oder Fels und Schutt ins Tal donnern, der «Klimawandel» verantwortlich gemacht wird. Gemeint sind jeweils: der Mensch und seine umweltschädigenden Tätigkeiten. Mehr Vorsicht und gesunde Skepsis wären am Platz. Auch wenn eine Mehrheit von Wissenschaftern der Katastrophen-Sicht der Klimaveränderung und der bestimmenden Rolle des Menschen dabei zuneigen sollte, ist das keine Garantie für die Richtigkeit, ja auch nur Zweckmässigkeit gewisser Massnahmen in der Klimapolitik.
Und:
√úbertreibungen im politischen Verteilungskampf um knappe wirtschaftliche Mittel sind Routine geworden. Doch irgendwo müsste es Entscheidungsinstanzen geben, die einen kühlen Kopf bewahren, Gefahren richtig einschätzen und dann die vernünftigen Massnahmen ohne apokalyptische Orchestrierung rechtzeitig einleiten können.
Was genau will uns der Autor damit sagen? Sollen wir ruhig weiter Raubbau betreiben, solange nicht hundertprotzentig bewiesen ist, dass der Klimawandel tatsächlich mit unserem «Wirken» zu tun hat? Sollen wir hierzulande Umweltschutzmassnahmen bleiben lassen, weil der direkte Effekt auf karibische Hurrikan-Katastrophen (noch) nicht nachweisbar ist? Sind die heutigen Umweltschutzmassnahmen, die laut Experten so oder so nicht weit genug gehen, eine «√úbertreibung»?
Liebe NZZ, auch wenn sich eines Tages mit hundertprotzentiger Sicherheit herausstellen sollte, dass der Mensch nicht allein für den Klimawandel verantwortlich ist, kann ein bisschen Umweltschutz kaum schaden. Eigentlich geht es dir mit diesem Leitartikel doch einfach darum, den Umweltkreisen schon mal präventiv ‚Äì zum Beispiel in Sachen CO2-Abgabe ‚Äì den Wind aus den Segeln zu nehmen. Es wäre zu dumm, wenn sie nach all den Katastrophen beim Volk plötzlich auf offene Ohren stossen würden.
Mehr Vorsicht wäre also tatsächlich am Platz ‚Äì aber vor allem im Umgang mit der Natur und beim Schreiben von Leitartikeln.
Neuste Kommentare
News, die unsere Medien intere ssieren dürften. Wer wei [...]
Das artet ja langsam aus.
Peter Zieglers Replik zum BUND ! Meine (einmalige/ei [...]
Ich finde, @Leumund hat es drü ben bei Twitter hervorra [...]
Eine Gegendarstellung ohne Red aktionsschwanz? … dass i [...]